“Die 35-Tage Challenge. Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben“ von Benjamin Eckert und Fabian Eckert, 150 Seiten, oekom-Verlag, Jahr 2020

In 35 Tagen zu umweltbewussten Leben? – Wow, „From Zero to Hero“ in 5 Wochen, das hat mich neugierig gemacht. Als ich heute bei einer Tasse Kaffee das Inhaltsverzeichnis aufgeschlagen habe, fühlte sich das erstmal gut an: „Trinke Leitungswasser“. Check. – „Verwende Recyclingklopapier“. Check. – „Nutze öffentliche Verkehrsmittel“. Check (ich habe gar kein Auto). – „Erledige deinen Wocheneinkauf ökologisch“. Check. – Und noch ein paar Punkte mehr. Mit meiner günstigen Startposition würde das für mich auf eine 23 Tage Challenge hinauslaufen. Schön. Dann lese ich: „Reduziere deinen Kaffeekonsum“. Tja, da wird man erste Abstriche machen müssen …

Das Prinzip des Buches ist eingängig: Die Autoren haben das, was ich „gute Ökoroutinen“ eines nachhaltigen Lebensstils nennen würde, genommen und das über 35 Tage verteilt. Die Argumentation des Autorenteams ist schlüssig: Zwar gibt es eine Flut an Informationen für einen nachhaltigen Lebensstil, aber: “Der menschliche Organismus ist nicht darauf ausgelegt, viele Informationen gleichzeitig aufzunehmen, und ist schnell überfordert. (…) Stückweise verarbeitet, kann das menschliche Gehirn jedoch neue Informationen verinnerlichen. Daher ist das Ziel dieses Buches, dich mit den Challenges häppchenweise an das Thema Umweltschutz heranzuführen (…).“. Anders formuliert: Jeder Marathon beginnt mit einem einzelnen Schritt, es gilt: Fang’ einfach an.

Ich finde das gut. Die Idee, Etappenziele zu stecken und der Leserschaft motivierende Informationen hierzu zu liefern, ist der richtig Weg. Im Grunde ist das Buch eine große Checkliste. Dass die Umstellung tatsächlich in 35 Tagen gelingt, ehrlich, dazu braucht es schon sehr viel Optimismus beziehungsweise eine geradezu übermenschliche Willensstärke. Das sollte man wissen, bevor man die Challenge startet – sonst riskiert man Frustration. Ebenso wenig wie der „menschliche Organismus nicht darauf ausgelegt ist, viele Informationen gleichzeitig aufzunehmen“, ist die menschliche Selbstorganisationsfähigkeit auch nicht darauf ausgelegt, in 35 Tagen das ganze Leben auf den Kopf zu stellen. Aber ich würde das Buch trotzdem jedem ans Herz legen. Die Autoren würden das sicherlich auch nicht so streng auslegen.

Wenn man sich die Challenges genauer anschaut, dann stellt man auch fest, dass der ein oder andere Punkt eher in den Kontext „Wellness“ bzw. „Lebensratgeber“ fällt: „Tag 14: Mache dich fit“, „Tag 25: Optimiere deinen Schlaf“ (hier liest man etwa: „Bewegung am Tag fördert den Schlaf, eine gute Ernährung auch. Habe Sex, auch das entspannt.“), „Tag 27: Gönne dir Digital Detox“, „Tag 34: Feier dich“, „Tag 35: Erhole dich“. – Auch dieses Fragezeichen löst sich auf, wenn man sich einliest und die Idee dahinter versteht: Es geht um den Aufbau einer mentalen Stärke (die natürlich auch mit körperlicher Fitness einher geht), um durch diese „Challenge“ zu kommen und bestimmten Versuchungen zu widerstehen (Süßigkeiten, etc.). Wer sich nach der 35-Tage-Challenge (eher: 135 Tage-Challenge) dann topfit fühlt, der assoziiert sein neues umweltbewusstes Leben mit einem positiven Lebensgefühl. Eine gute Idee.

Ich wünsche viel Erfolg und Erfolgserlebnisse beim Umsetzen der Schritte in ein umweltbewusstes Leben!

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